
Die Ausführungen sollen beschlossen werden mit einigen Anmerkungen zu den geschichtlichen Besonderheiten der einzelnen Stadtteile Rietbergs, in denen Sie jetzt seit kurzer Zeit leben. Über den Zentralort Rietberg mit seinen rund 8.500 heute dort lebenden Bürgerinnen und Bürgern, und über seinen Historischen Stadtkern wurde bereits einiges gesagt. Bleiben wir daher noch für einen Augenblick in Mastholte, das im Jahr 2000 die 700. Wiederkehr seiner frühesten urkundlichen Erwähnung feiern konnte.
Kirchlich gesehen gehörte Mastholte, obwohl ein Teil der Grafschaft Rietberg, ursprünglich zum benachbarten Wadersloh, das schon ein Teil des Staatsgebietes des alten Fürstbistums Münster war. Erst im Jahre 1570 gründete der Rietberger Landesherr, Graf Erich von Hoya, das Kirchspiel Mastholte, das auch die bereits erwähnte Bauerschaft Moese umfasste. Einem ersten Kapellenbau in Mastholte-Süd folgte erst im 17. Jahrhundert weiter nördlich der Bau der heutigen Pfarrkirche St. Jakobus. Vom Patronat der Kirche her leitet auch der seit dieser Zeit alljährlich stattfindende Jakobi-Markt seinen Namen ab. Bis Ende des vorigen Jahrhunderts galt Mastholte als das Armenhaus der ehemaligen Grafschaft. Überdurchschnittlich hoch war die Zahl derjenigen, die zwischen 1830 und 1860 von Mastholte aus nach Amerika auswanderten, um in der "Neuen Welt" ihr Glück zu versuchen. Modernisierung und Industrialisierung, die für Mastholte heute in besonderer Weise kennzeichnend sind, haben erst in diesem Jahrhundert eingesetzt und sind zum ganz überwiegenden Teil sogar erst eine Leistung der Nachkriegszeit.
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